Kunstmuseum Basel - Museum für Gegenwartskunst - Sammlung Online

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Resultate:  1

Geisselung Christi
  • Geisselung Christi, 1515 – 1520
  • Leinwand-Passion. Fünf Bilder aus einer Folge der Passion Christi, zusammengehörig mit Inv. 303–306
The Flagellation
Canvas-Passion. Five paintings from a sequence on the Passion of Christ, together with Inv. 303–306
La Flagellation
Passion sur toile. Cinq tableaux d'une suite de la Passion du Christ, avec Inv. 303–306
  • Mischtechnik auf Leinwand
  • 138 x 115 cm
  • Nicht bezeichnet
  • Kunstmuseum Basel, Amerbach-Kabinett 1662
  • Inv. 307
Die fünf ungewöhnlich grossen Leinwandbilder dürften ursprünglich Bestandteil eines zwei- bis dreimal so umfangreichen Passionszyklus gewesen sein, der vermutlich an einem Lettner angebracht war. Entsprechende Objekte sind in Basel für Barfüsser-, Augustiner- und Peterskirche dokumentiert, jedoch verloren (Maurer 1966, S. 451–453 m. Anm. 2). Die Formatunterschiede reflektieren wahrscheinlich die Gegebenheiten der Architektur.
Basilius Amerbach besass nur das Abendmahl und die Geisselung, die er als früheste Werke Hans Holbeins d. J. ansah ("Ein gros nachtmahl H. Holbeins erste arbeiten, eine vf tuch mit ölfarb", "Ein große geislung vf tuch H Holbein ersten arbeiten, eine mit ölfarb"; vgl. Landolt 1991); die übrigen drei sind erst 1835 von Peter Birmann erworben worden. Die Zuschreibung erwies sich angesichts des unübersehbar heterogenen Charakters der Kompositionen des Zyklusals äusserst schwierig; den monumentalen und lapidaren Formulierungen von Handwaschung und Geisselung steht insbesondere das verwinkelte und erkläubelte Kompositum des Abendmahls gegenüber. Die sehr vergleichbare malerische Ausführung lässt hingegen auf die Produktion einer einzigen Werkstatt schliessen. Man hat den Widerspruch mit der Annahme aufzulösen versucht, der Auftrag sei an Hans Herbst ergangen, der die vermutlich in seiner Werkstatt tätigen Brüder Hans d. J. und Ambrosius Holbein beteiligt habe. François Maurer sprach hingegen 1966 Inv. 303–307 als Fragmente der Passion des Peterskirchenlettners und damit als Werke des Hans Dyg an; John Rowlands ist ihm 1985 darin gefolgt. Christian Müller (1998) und Stephan Kemperdick (Ausst.-Kat. Basel 2006) haben dagegen wiederum die alte Hypothese und den Anteil Hans Holbeins d. J. betont, ersterer anhand von eingehenden Vergleichen zwischen der Unterzeichnung der Bilder und Holbeinzeichnungen, letzterer u. a. mit dem Verweis auf signifikante Übereinstimmungen zwischen der Gefangennahme und einem nur in einer Nachzeichnung überlieferten themengleichen Wandbild vom Meister der Karlsruher Passion, das sich ehedem in Strassburg befand, der Heimatstadt des Hans Herbst (Ausst.-Kat. Basel 2006, Abb. S. 144). Auch Kopftypik und Kompositionsweise der ehemals Holbein, heute eher Herbst zugeschriebenen Kreuztragung in Karlsruhe (Staatliche Kunsthalle, Inv. 64) lassen sich gut vergleichen.
Literatur- Öffentliche Kunstsammlung in Basel. Catalog der Gemälde, Handzeichnungen und plastischen Werke, Basel: Schweighauser, 1898, S. 32, 33, Nr. 5

- Öffentliche Kunstsammlung in Basel, Katalog, Basel: Birkhäuser, 1908, S. 68, Nr. 307

- Öffentliche Kunstsammlung Basel. Katalog, 3. Aufl., Basel: Birkhäuser, 1910, S. 68, 69

- Öffentliche Kunstsammlung Basel. Katalog, 4. überarb. Aufl., Basel: Birkhäuser, 1926, S. 66

- Öffentliche Kunstsammlung Basel. Führer durch das Kunstmuseum, St. Albangraben 16, [Basel]: [s. n.], [1936], S. n. p. (Hauptgeschoss, Holbein-Vorsaal)

- Die Malerfamilie Holbein in Basel. Ausstellung im Kunstmuseum Basel zur Fünfhundertjahrfeier der Universität Basel, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 4. Juni – 25. Sept. 1960, Basel: Kunstmuseum, 1960, S. 172, Nr. 138, Abb. 105

- François Maurer: Exkurs II: Zur Passion am Lettner der Peterskirche, in: KDM BS 5, Basel, 1966, S. 451–454

- Öffentliche Kunstsammlung Basel. Katalog. 1. Teil. Die Kunst bis 1800. Sämtliche ausgestellten Werke, Basel, 1966, S. 103, Abb. S. 103

- John Rowlands: Holbein. The paintings of Hans Holbein the Younger, Oxford: Phaidon, 1985, S. 23f, 230, Nr. R 13

- Lorne Campbell: Rezension Rowlands 1985, in: Burlington Magazine 128, 1986, S. 149–151, S. 149–151

- Sammeln in der Renaissance. Das Amerbach-Kabinett. Beiträge zu Basilius Amerbach, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 21. Apr. – 21. Juli 1991, mit Beiträgen von Elisabeth Landolt, Hans-Rudolf Hagemann, Susanne von Hoerschelmann, Felix Ackermann, Basel: Öffentliche Kunstsammlung, 1991, S. 146 m. Anm. 38

- Sammeln in der Renaissance. Das Amerbach-Kabinett. Die Gemälde, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 21. Apr. – 21. Juli 1991, verfasst von Paul Boerlin, Basel: Öffentliche Kunstsammlung, 1991, S. 25, Nr. 39, Abb. 39

- Christian Müller: Die Passion Christi auf Leinwand im Kunstmuseum Basel, in: ZAK 55, 1998, S. 169–180

- Jochen Sander: Hans Holbein d. J. Tafelmaler in Basel 1515–1532, München: Hirmer, 2005, S. 83f, 103f, 426–428, Abb. Tf. 11

- Hans Holbein d. J. – Die Jahre in Basel 1515–1532, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 1. Apr. – 2. Juli 2006, mit Beiträgen von Christian Müller und Stephan Kemperdick u. a., Hrsg. Kunstmuseum Basel, München: Prestel Verlag, 2006, S. 138–145, Nr. 6, Abb. S. 142

- Archäologie des Heils. Das Christusbild im 15. und 16. Jahrhundert, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 10. Sept. 2016 – 8. Jan. 2017, mit Beiträgen von Bodo Brinkmann, Katharina Georgi und Andreas Rüfenacht, Lindenberg i. Allgäu: Kunstverlag Josef Fink, 2016, S. 98, 178, Abb. 96

- ¡Hola Prado! Zwei Sammlungen im Dialog, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 8. April – 20. Aug. 2017, von Bodo Brinkmann und Gabriel Dette, Hrsg. Kunstmuseum Basel, Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2017, S. 32f., Abb. S. 31